Martin Düllberg Ledfoot Studios Dortmund Audio Engineer

Interview

Stell dich doch mal vor!

Hey, mein Name ist Martin, bin Audio Engineer und versuche grade in der Welt als Producer Fuß zu fassen.

Warum bist du Audio Engineer geworden?

Puh…da müsste ich einmal ausholen.

Ich glaube als Musiker macht man relativ schnell die Erfahrung, dass man nicht um das Thema „Audio“ drumherum kommt. Also jeder Musiker kennt das, dass man im Proberaum steht, n fetten Song geschrieben hat und der auch noch‘ groovt as fuck‘. Ehm.…man will ihn aufnehmen und stellt sich dann die Frage: „Wie bekomme ich dad Ding aufgenommen?“ Und ja, dann gehts los… Google und YouTube werden dann deine besten Freunde und man fängt an, sich mit der Tontechnik auseinander zu setzen.

Also jeder Musiker ist auch ein Tontechniker?

Jein… Also jeder Musiker beschäftigt sich total rudimentär mit dem Thema. Also erst mal nur oberflächlich und je nach Interesse, verbringt man auch mehr Zeit mit dem Thema. Die Frage stellt sich dann irgendwann, wo man hin will. Möchte ich nur grob in der Lage sein, was aufzunehmen oder möchte ich mich vergleichen mit den Großen? Bei letzterem muss man halt jeden Tag aufs Neue bereit sein zu Lernen, ein Leben lang!

Ab wann gehört man denn zu den Großen?

Puh…Das kann ich gar nicht so beantworten. Ich würde sagen, wenn man eine Band oder einen Musiker über die Produktion begleitet hat und nicht nur die Band, sondern auch die Fans sich mit dem Werk identifizieren können.
Natürlich fließen da auch Technische Aspekte rein. Wie der Song in der Tiefenstaffelung aufgeteilt ist all so watt halt. – als Beispiel jetzt.

Wo siehst du dich Persönlich? Als wie erfahren würdest du dich jetzt schon bezeichnen?

Ich Persönlich sehe mich relativ am Anfang. Ich stell jedes Mal aufs Neue fest, dass es so viele Sachen gibt, die einfach Neuland für mich sind. Ich sammel grade ne Menge Erfahrung im Bereich Mixing und Mastering und hoffentlich auch demnächst im Recording.

Hast du aktuell die Möglichkeiten eine Band aufzunehmen?

Leider noch nicht. Ich habe mich aber jetzt mit 3 anderen Kollegen zusammengetan und wir stellen da was auf die Beine. Ich möchte aber irgendwann meine eigenen Räumlichkeiten haben und alles von Anfang an selber Aufbauen.

Erzähl mal was über das Projekt mit deinen Freunden.

Wir gründen ein Ton/Video Studio. Dort nehmen wir Bands live auf und drehen dazu halt n Video. Wir wollen der Band das Gefühl geben, im Studio zu sein, aber zeitgleich einen Liveauftritt zu spielen. Ich bin sehr zuversichtlich das wir vier was Anständiges auf die Beine stellen, auch wenn es mal die ein oder andere Diskussion über Zukunftspläne gibt. Aber das gehört dazu. Wer will schon nur Peace Love and Harmonie, ist ja langweilig. Ecken und Kanten machen erst die besten Songs zu den besten, genauso wie den Menschen.

Was meinst du genau mit Ecken und Kanten bei Songs?

Damit meine ich, dass Songs in ihrer Akkord -Struktur und Auswahl der Töne erst Spannung aufkommt. Stell dir mal vor, jeder Gitarrist würde nur noch reine Pentatonik spielen. Das ist doch langweilig. Deswegen gibt es ja Colortöne d.h. man spielt auf einmal phrygisch, harmonisch Moll oder Dorische Modis etc. Umso interessanter der Songaufbau in seiner Akkordstruktur, desto spannender gleich der Song.

Regie InTheRoom Mackie 8 Bus Monitore Tonstudio Dortmund
InTheRoom Bühne im Aufbau
drei Gitarren, PRS, Gibson Les Paul & Fender Stratocaster aufn Sofa
Ledfoot Studios Martin Düllberg Equipment Gitarrenamp's Marshall JCM800 1982

Welches Genre bedient sich den solcher Ecken und Kanten, oder wie du sagst Charakter?

Fast alle! Besonders im Punk und Rock Bereich ist das stark vertreten, genauso wie im Jazz oder Blues. Deswegen stößt die Musik gesellschaftlich ja auch häufig auf Widerstand. Für viele nur Lärm, zu komplex oder einfach nicht mehr gewohnt, weil man nur noch den Radiostandard hört.

Was meinst du mit Radiostandard?

Musik die einfach glattgebügelt ist. Immer die gleichen Akkorde oder Schemas. Zum Beispiel der Quintenzirkel spielt da ne große Rolle. Es soll sogar erwiesen sein, dass bei gleichen Harmonien und wiederkehrende Akkordrheinfolge das Gehirn Dopamin ausschüttet. Top Producer der Pop Musik bedienen sich natürlich daran, da es nur noch um zahlen geht. Sad but True!

Welches Genre spricht dich denn dann am meisten an?

Ich fühle mich im Progrock/Metal sehr wohl. Genauso wie im Blues, Punk, Metal oder im guten alten Hardrock.

Hast du Band Beispiele?

Also ganz vorne sind natürlich Tool. Aber aktuell höre ich gerne Poliphia, Chevelle, the Bronx, Slash, God is an astronaut, Theres a light, Plini und Intronaut. Da gibts noch einige mehr, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen alle aufzuzählen.

Zum Abschluss würde ich dich gerne Fragen was deine aktuellen Ziele sind?

Ich arbeite grade an meinem ersten Musik Album. Ich hoffe ich kann das Mitte 2022 veröffentlichen. Und ich will ein unfassbar cooles Projekt mit den 3 Kollegen auf die Beine stellen. Also DIE Anlaufstelle werden in Dortmund, was live Recording angeht und natürlich ein eigenes Tonstudio aufbauen.
Ich glaube das sollte erst mal reichen. Zuviel ist ja auch nicht gut.

Ich bedanke mich bei dir und wünsche dir viel Erfolg!

Danke!